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Tag Archives: Todesfall

Patient stirbt bei unnötiger OP – Arzt in U-Haft

Wer Phimose-Info Deutschland kennt, der kennt auch unnötige Operationen, schließlich sind die meisten Operationen an den Vorhäuten deutscher Jungen und Männer medizinisch nur schwer zu begründen. Ob es bei diesem Fall aus Wolfsburg auch um Operationen an der Vorhaut geht, ist noch nicht klar. Jedenfalls sitzt seit Freitag, dem 4. November 2011 ein Arzt in Untersuchungshaft, der Diagnosen erfunden haben soll um entsprechende Operationen mit den Krankenkassen abrechnen zu können. Einer seiner Patienten soll eine solche OP nicht überlebt haben.

Um welchen Arzt es sich handelt, wollen Staatsanwaltschaft und Polizei nicht verraten, die Presse fängt aber schon an zu spekulieren. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen gießt etwas Öl ins Feuer und verrät, dass es wohl kein Allgemeinmediziner und auch kein Internist war.

Ich persönlich tippe einfach mal auf diesen Herrn.

Beschneidungssaison! – Vol. 5

Die winterliche Beschneidungssaison in Eastern Cape endete mit den letztgenannten 53 Toten.

Zwei weitere Todesfälle von Teenagern nach Beschneidung wurden aus Malawi bekannt. Beschneidung ist in Malawi eigentlich nicht üblich – die Nyasa Times erläutert, dass es ein “neues Phänomen in Folge von Berichten, dass es das Risiko reduziert, sich beim Geschlechtsverkehr mit HIV anzustecken” ist. Die ersten (dokumentierten) Todesfälle in direkter Folge von “Beschneidung gegen AIDS” also. Herzlichen Glückwunsch!

In einem abschließenden Bericht aus Eastern Cape heißt es, dass Regierungsbeamte vom Anblick der verrottenden und abfallenden Genitalien der Jugendlichen in den Krankenhäusern “traumatisiert” wurden (wie traumatisiert sind wohl erst die Jugendlichen, die diesen Schrecken am eigenen Körper erleben müssen?). Mit einer Fotokampagne soll jetzt für die Risiken sensibilisiert werden.

Was bei Beschneidungen herauskommen kann, war bisher aber keineswegs unbekannt. Ein Bericht von PSI, AIDSMark und USAID aus dem Jahr 2006 schildert Komplikationen in Kenia.

Empfehlenswert für alle “Ahnungslosen” ist insbesondere ein Blick auf Seite 12 des PDF. Schockierend auch die Seite 11 angesichts der Tatsache, dass es sich hier um eine medizinische Beschneidung handelte.

Die Forscher fassen zusammen, dass bei der direkten Beobachtung von insgesamt 24 Beschneidungen “nur eine von zwölf medizinischen und zwei von zwölf traditionellen Prozeduren ohne nachteilige Auswirkungen verliefen”. Das entspricht Komplikationsraten von 92 % (medizinisch) bzw. 83 % (traditionell)!

Ein südafrikanischer Regierungsbeamter hofft indes, “dass es in der diesjährigen Sommersaison keine traumatischen Erlebnisse mehr gibt”.

Ich fürchte, das wird ein frommer Wunschtraum bleiben…

Beschneidungssaison! – Vol. 4

Seit dem letzten Blogeintrag zum Thema ist die Zahl der Toten in der südafrikanischen Provinz Eastern Cape langsamer, aber weiter stetig gestiegen und beträgt inzwischen

52
53

Die Zahl der Krankenhauseinweisungen ist schwer zu überblicken, geht vermutlich in die Hunderte.

Die katastrophale Situation ist geprägt von hochgradiger Unvernunft und Klammern an Traditionen:

Seit 2001 müsse, wer in Südafrika Beschneidungen durchführt, eine medizinische Lizenz vorweisen können, doch die traditionellen Führer der Gemeinschaften weigerten sich, dieses Gesetz anzuerkennen. Trotz Aufklärungskampagnen über die Gefahren der illegalen Beschneidungsschulen schickten Eltern weiterhin ihre Kinder dort hin. Auch die ermahnenden Aufrufe, die Jungen vor der Initiation einem Arzt vorzustellen, damit dieser feststellt, ob sie aufgrund von Vorerkrankungen nicht fit genug für eine Beschneidung sind, würden nicht befolgt.

Um dem Gesetz zu entgehen, würden die Jungen immer höher in die Berge und tiefer in die Wälder gebracht. Dadurch komme es zu mehr Todesfällen, da sie nicht rechtzeitig gefunden und in Krankenhäuser gebracht werden könnten. Um die illegalen Beschneider vor Verhaftungen zu schützen, verstecke die Bevölkerung zudem verletzte, erkrankte Opfer, bis es zu spät sei, um sie zu retten.

Von einigen Jungen, die nach dem Ferienende nicht wieder in die Schule gekommen waren, wurde bekannt, dass sie krank daheim lagen und ihre Eltern ihnen nicht erlaubten, ins Krankenhaus zu gehen. Andere Eltern bestünden sogar darauf, dass ihre Söhne trotz Erkrankungen im Busch bleiben, um das Initiationsritual ordnungsgemäß zu beenden. Ein Junge wurde im Krankenhaus soweit gesund gepflegt, dass er nach Hause entlassen werden konnte – doch seine Eltern schickten ihn prompt zurück in den Busch. Nun liegt er wieder im Krankenhaus und ist in kritischem Zustand.

Trotz der widrigen Umstände ist die für Eastern Cape zuständige Gesundheitsbehörde überzeugt, einen noch verheerenderen Ausgang der Saison verhindert zu haben. Ohne ihren Einsatz wäre die Todesrate doppelt so hoch, schätzt ihr Sprecher. Mehr als 200 Jungen seien bereits bis Mitte Juli gerettet worden. Für die Zukunft sind weitere Aufklärungskampagnen geplant und das “Beschneidungsteam” der Gesundheitsbehörde soll verstärkt werden.

(Update der Todesopferzahl am 07.08.2009.)

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