Posts Tagged ‘Religion’
Posted by Stardust in Allgemein, Gelesen, Religion Samstag, 29 Januar 2011 23:23 2 Comments
Hüseyin Ekici ist dem Hörensagen nach der neue Star der Lindenstraße, als “böser Türkenbube“ Orkan Kurtoglu mit dem Markenzeichen-Spruch “Nur Spaaaß“. Er ist der Cousin von Murat, der uns bei Phimose-Info Deutschland Ende 2006 beschäftigt hatte.
Damals wurde nämlich in der Folge “Bruder Jakob” Paul, der kleine Sohn von Murats Freundin Lisa, nachdem er zunächst weggelaufen war, am Ende doch noch im heimischen Wohnzimmer von einem türkischen Beschneider mit einem Elektrokauter beschnitten. (Inzwischen hat Murat offenbar ein eigenes Kind. Ich hoffe, dass es ein Mädchen ist…)
Hüseyin Ekici gibt sich im Interview als geläuterter Halbstarker, ehemals verurteilt, heute ehrgeizig, an seiner Mutter hängend, selbstverständlich integrierter Berliner und kompromissbereit.

Sogar eine deutsche, christliche Freundin kann er sich vorstellen, allerdings unter einer bestimmten Bedingung: Er würde akzeptieren, dass sein Sohn katholisch wird, wenn er trotzdem beschnitten wird.
Was würde er wohl sagen, wenn seine hypothetische Freundin ihm alternativ einen anderen Kompromiss anböte: Dass der Sohn gerne muslimisch sein kann, doch frühestens beschnitten wird, wenn er 18 ist und es selbst möchte?
Vermutlich: “Kommt nicht in Frage!”
Denn es ist ganz typisch: Auch wenn ihnen das ganze andere Religions- und Kulturzeugs nicht so wichtig, vielleicht sogar völlig egal ist, einen Sohn mit vollständigem Penis können die wenigsten Männer aus beschneidenden Kulturen ertragen.
Man muss ein mutiger Mann sein, um einzugestehen,
dass die eigene Sexualität nicht so ist
wie sie sein könnte.
Man muss ein starker Mann sein,
um seinem Sohn zu gewähren,
was einem selbst genommen wurde.
Durch Beschneidung gemachte “echte, harte Männer”, die auch dafür mutig und stark genug sind, vor!
Posted by Stardust in Allgemein, Religion Samstag, 27 November 2010 23:18 No Comments
Am 03.11.2010 strahlte arte die Dokumentation “Und wenn’s ein Junge ist?”, im Original “Partly Private” von Danae Elon aus. Diese wird vom Sender als sehr persönlicher, witziger und sensibler Film über die Frage “Beschneiden oder nicht?” charakterisiert.
Persönlich und sensibel ist er wohl, die Witzigkeit hält sich allerdings sehr in Grenzen. Es handelt sich im Gegenteil ein bedrückendes und eindringliches Dokument der irrationalen Macht, die Beschneidung über Menschen hat, auch wenn Kopf und Bauch eigentlich wissen, dass es falsch ist.
Gegen Ende ihrer “Erkundungsreise” wohnt Danae Elon einer ultraorthodox-jüdischen Beschneidungszeremonie in der Grabstätte Abrahams in Hebron bei. Nicht nur der Penis des Babys, sondern auch die Szenen wurden geschnitten, daher dürften die wenigsten Fernsehzuschauer erfasst haben, was nach der eigentlichen Beschneidung vor sich geht, zumal es jegliches Vorstellungsvermögen sprengt.
Posted by Stardust in Politik, Recht, Religion Sonntag, 29 August 2010 22:13 No Comments
Die Holländer haben die erfolgreicheren Fußballer und die ethischeren Ärzte, die Norweger die schnelleren Skiläufer und die mutigeren Medizinethiker.
Posted by Stardust in Forschung, Recht, Religion Samstag, 29 Mai 2010 14:11 2 Comments
Vor kurzem erteilte die amerikanische Kinderärztevereinigung AAP in einem neuen FGM-Positionspapier “milden” Formen von weiblicher Genitalverstümmelung ihren Segen und ist derzeit dabei, diese Einstellung auf scharfe internationale Kritik hin nach und nach zu revidieren.
Nun meldet sich von der anderen Seite des großen Teiches – und scheinbar aus einer vollkommen anderen Welt – die Königliche Ärztevereinigung unseres Nachbarlandes und Fußball-Intimfeindes Niederlande zum Thema Jungenbeschneidung zu Wort.
Die wesentlichen Schlussfolgerungen des KNMG-Positionspapiers:
- es gibt keine überzeugenden Beweise, dass Beschneidung zur Vorbeugung von Krankheiten oder Hygiene hilfreich oder notwendig ist
- inbesondere in Betracht von (medizinischen und psychologischen) Beschneidungskomplikationen ist Beschneidung nicht zu rechtfertigen, außer aus medizinischen / therapeutischen Gründen
- nicht-therapeutische Beschneidung männlicher Minderjähriger steht im Konflikt mit dem Recht des Kindes auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit
- Ärzte sollten Eltern, die Beschneidung in Betracht ziehen, entsprechend aufklären
- es sollte ein Dialog zwischen Ärzten, Experten und den betroffenen Religionsgruppen stattfinden, mit dem Ziel, nicht-therapeutische Beschneidung männlicher Minderjähriger so weit wie möglich zu unterbinden
- es gibt gute Gründe, nicht-therapeutische Beschneidung männlicher Minderjähriger zu illegalisieren, allerdings steht zu befürchten, dass sich dann gefährliche Untergrundpraktiken entwickeln
Hup Holland Hup!
Und wann erscheint die entsprechende Stellungnahme der organisierten deutschen Ärzteschaft?
Oder wollen sie ihre holländischen Kollegen (gemeinsam mit einigen standhaften Bremern) eines 10. Dezembers singen hören: “Ohne Deutschland fahr’n wir nach Paris“?
Posted by admin in Aufklärung, Religion Freitag, 7 Mai 2010 23:45 2 Comments
Schon im September 2009 warnte die kassenärztliche Vereinigung Bremen vor medizinisch unsinnigen Zirkumzisionen, jetzt werden sowohl die kassenärztliche Vereinigung als auch die Landesverbände der Kinder- und Jugendärzte, Urologen und Kinderchirurgen deutlicher:
Die KVHB und die Berufsverbände stellen fest, dass
eine Zirkumzision ohne medizinische Indikation, also etwa aus religiösen Motiven, nicht zu Lasten der Kasse abgerechnet werden darf. Auch eine Überweisung zur OP ohne medizinische Begründung ist unzulässig. Die einzige Indikation, die eine Zirkumzision rechtfertigen kann, ist die manifeste Phimose; in der Regel sollte der OP allerdings ein konservativer Behandlungsversuch mit Steroid- oder Östrogencreme vorangegangen sein. Zirkumzisionen in den ersten drei Lebensjahren sind nur in Ausnahmefällen indiziert.
Außerdem berichten die Ärzteorganisationen von Ermittlungen der Krankenkasse wegen Auffälligkeiten bei Beschneidungen von Jungen, etwa der “Mitbeschneidung” von Geschwistern.
Nach Auffassung der KV Bremen und der übrigen Berufsverbände müsse der derzeitige Zustand, etwa Gefälligkeitsatteste zur medizinisch nicht indizierten Beschneidung auf Kassenkosten umgehend beendet werden, da dies strafbar sei. Ärzten wird empfohlen, Befunde und konservative Therapieversuche sorgfältig zu dokumentieren, da die Krankenkassen derartige Leistungen künftig verschärft überprüfen werden.
Ein Dank von mir nach Bremen!
Insbesondere sollte aber noch deutlicher darauf hingewiesen werden, dass nach Auffassung vieler Juristen und Mediziner auch eine privat gezahlte Zirkumzision strafbar ist, wenn sie medizinisch nicht indiziert ist und der Junge selbst in den Eingriff noch nicht wirksam einwilligen kann.
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