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Tag Archives: Körperverletzung

Mario Viera: Beschnitten gegen Elternwillen – Namenspate für neues Gesetz?

Obwohl die Raten für routinemäßige Säuglingsbeschneidung in den USA stark zurückgegangen sind – vor einigen Wochen wurde von einem Rekordtief von nur 33 % im Jahr 2009 berichtet – gehört sie für viele amerikanische Mediziner nach wie vor automatisch zur Geburt eines Jungen dazu. Deswegen ist es für viele gegen Beschneidung eingestellte Eltern eine Horrorvision, dass der neugeborene Sohn im Krankenhaus ohne ihre Einwilligung und gegen ihren Willen beschnitten wird.

Dieser Alptraum ist jetzt für eine Familie aus Florida Wirklichkeit geworden.

Vera Delgado und ihr Sohn Mario

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Noch mehr deutliche Worte – Diesmal aus Tübingen

Nicht nur die Kinderärzte aus der freien Hansestadt Bremen stören sich an der Verharmlosung der Vorhautbeschneidung und an dem Wunsch einiger meist muslimischer Eltern, diese auf Kosten der gesetzlichen Sozialversicherungssysteme durchführen zu lassen.

Auch pro familia hat – eigenen Angaben zufolge – seit Jahren eine kritische Haltung zur Vorhautbeschneidung und kommt zu folgender Schlussfolgerung:

Selbst bei Vorliegen einer beträchtlichen Vorhautverengung ist eine Beschneidung noch lange micht indiziert, denn in etwa 95% der Fälle kann diese auch durch Salbenanwendung wirksam behandelt werden. [...] So bleibt angesichts der ungünstigen Bilanz dem Juristen nur die Warnung an alle Ärzte, sich an nicht medizinisch indizierten Beschneidungen bei nicht einwilligungsfähigen Knaben nicht zu beteiligen, um sich nicht der Körperverletzung gemäß §223 StGB schuldig zu machen.

Schade ist nur, dass man von der kritischen Haltung in der Vergangenheit leider recht wenig mitbekommen hat. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Was ist in Deutschland die Würde eines Jungen wert?

Diese Frage müsste sich eigentlich jeder stellen, der von dem Fall eines 8jährigen Jungen aus Hamburg gelesen hat:

Seine muslimischen Eltern wollten ihn rituell beschneiden lassen. Das allein ist streng genommen schon schlimm genug.

Noch schlimmer war aber, wie genau das dann auch geschehen ist. Ein 35jähriger Arzt wollte eine koreanische Beschneidungsklemme verwenden, die Eltern waren damit nicht einverstanden, es kam zum Streit und die Eltern haben ihre Einwilligung zurückgezogen. Ab dann ging es ganz schnell. Ohne ausreichende Betäubung wurde dem 8jährigen, der schreiend um sich geschlagen hat, die Vorhaut abgeschnitten.

Die zuständige Staatsanwaltschaft hat den Arzt angeklagt, das Amtsgericht hat das Verfahren gegen Zahlung einer Auflage von nur 2.000 Euro wieder eingestellt. Vermutlich wird der Fall die Gerichte aber weiter beschäftigen, die Anwältin der Eltern prüft nämlich, ob sie zivilrechtlich gegen den Arzt vorgehen will.

Was wäre nun aber gewesen, wenn der 8jährige Junge ein Mädchen gewesen wäre? Wenn die Eltern aus religiöser Überzeugung die Kitzlervorhaut hätten entfernen lassen wollen? Ein Eingriff der genauso sinnlos und schmerzhaft ist? Wären die Eltern mit einem blauen Auge davongekommen? Und wäre der Arzt unbestraft geblieben?

Sicherlich provokante Fragen, sie drängen sich aber förmlich auf.

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    Ist Beschneidung Körperverletzung?

    Diese Frage ist eigentlich recht einfach zu beantworten: Ja, natürlich ist Beschneidung Körperverletzung, medizinische Heileingriffe sind es im Übrigen auch.

    Mit der Frage der Strafbarkeit der Knabenbeschneidung hat man sich jetzt in Deutschland erstmals wissenschaftlich befasst.

    Dr. iur. Holm Putzke, Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum hat seine Arbeit mit dem vielversprechend klingenden Untertitel “zugleich ein Beitrag über die Grenzen der Einwilligung in Fällen der Personensorge” auszugsweise veröffentlicht.

    (via bilder und notizen)

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