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Tag Archives: Komplikation

Nachrichten, die in deutschen Medien nicht erschienen

Kurz vor der Beschließung über das Gesetz zur Knabenbeschneidung ist heute auf der Website der Kinderrechtskampagne “Mein Körper gehört mir!” die Artikelserie “Nachrichten, die in deutschen Medien nicht erschienen” gestartet.

Der erste Artikel der Reihe behandelt den tragischen Tod des kleinen Angelo, der in diesem Jahr nach der Beschneidung durch einen Mohel verblutete.

Bis zur Entscheidung im Bundestag am 12.12. wird täglich eine neue Meldung auf pro-kinderrechte.de erscheinen, die das Schicksal jener Jungen ins Bewusstsein ruft, die die Beschneidung entweder nicht überlebten oder mit schweren gesundheitlichen Schäden bezahlten.

“Nennen Sie einen Fall…”

Leider schreiten Online-Diskussionen unter Zeitungsartikeln zur Beschneidungsdebatte oft viel zu schnell voran und werden viel zu schnell geschlossen, um noch wichtige Antworten anzubringen.

Daher hier eine Antwort auf einen Kommentar zum Welt-Artikel “Die komplizierte Sache mit der Jungen-Beschneidung” von einem User namens Simon77:

“Nennen Sie doch mal einen Fall, bei dem es in Deutschland oder einem anderen zivilisierten Land im Zuge der Beschneidung zu einer Infektion kam, die ernste Folgen für den Beschnittenen hatte.”

Bitteschön: Massive Infection Takes Over Body After Circumcision

Achtung, verstörende Fotos!

Kognitive Dissonanz

“Kognitive Dissonanz” heißt übersetzt “Missklang im Erkennen”. Das Phänomen tritt typischerweise auf, wenn neue Erkenntnisse oder Informationen der eigenen Meinung widersprechen. Unpassende und unangenehme Informationen werden dann missachtet und passende umso mehr geschätzt und hervorgehoben, um den inneren Konflikt zu beseitigen und die eigene Meinung nicht ändern zu müssen.

Es ist nicht überraschend, dass kognitive Dissonanzen häufig im Zusammenhang mit Beschneidung auftreten, einem hochgradig emotional beladenen Thema, bei dem starke Meinungen vetreten werden. NHS Borders, eine regionale Vertretung des britischen Nationalen Gesundheitsservice, hat ein eindrucksvolles Beispiel dafür abgeliefert. Im Informationstext über Beschneidung auf ihrer Webseite heißt es:

Komplikationen durch Beschneidung

Glücklicherweise sind Beschneidungskomplikationen relativ selten. Allerdings ist eine hohe Dunkelziffer bei religiösen und kulturellen Beschneidungen zu vermuten. Aus diesem Grund sind Zahlen zur Häufigkeit von Beschneidungskomplikationen vermutlich nicht zuverlässig. Mögliche Komplikationen sind unter anderem:

* Verringerung der Empfindungsfähigkeit des Penis (fast universell)
* Blutungen
* Verletzung der Harnröhre
* Amputation der Eichel (selten)
* Blutvergiftung (selten)

Beschneidungskomplikationen als “relativ selten” einzustufen, wenn die Zahlen chronisch unzuverlässig und unvollständig sind und schon eine der fünf beispielhaft aufgelisteten Komplikationen “fast universell” also “nahezu immer” auftritt, das kann nicht das Ergebnis eines objektiven, logischen Denkprozesses sein. Man will offenbar unbedingt die Aussage treffen, dass Beschneidung harm- und risikolos ist, was auch immer die faktischen Informationen belegen.

“Nichts wird so fest geglaubt wie die Dinge, die wir am wenigsten wissen.”
(Michael de Montaigne)

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