Category: Religion
Posted by admin in Recht, Religion Samstag, 21 August 2010 21:33 3 Comments
Nein, ich habe keine Probleme beim Wäschekauf, das Problem um dass es hier geht, ist anderer Natur.
Seit etwa Mitte Oktober 2009 versucht ein Unternehmen, dass Beschneidungssunterhosen unters Volk bringen möchte, mit Phimose-Info Deutschland ins Geschäft zu kommen. Wir sollen Links dorthin setzen, über die eigenartigen Schlüpfer im redaktionellen Teil berichten. Zuletzt hat man uns sogar Geld für eine Verlinkung oder Bannereinblendungen geboten.
Phimose-Info Deutschland ist standhaft geblieben und hat schon aus rein ethischen Erwägungen eine Kooperation nie in Betracht gezogen.
Wenn es um medizinisch fragwürdige Eingriffe geht, sind wir eigen. Wenn ganz offen auf lieferbare Spezialunterhosen mit Lüftungsschlitzen in Kindergrößen und potentielle Nutzer muslimischen Glaubens verwiesen wird, dann ist klar, dass es hier nicht um ein medizinisches Hilfsmittel für Phimose-Patienten geht sondern um Geldmacherei mit religiös motivierter Knabenverstümmelung. Vergleichbare Produkte kosten in der Türkei schließlich nur rund ein Viertel.
Wenn dann auf der Internetseite dieses Anbieters über angebliche Vorteile von Beschneidungen berichtet wird und die aus der Türkei importierten Schlüpfer angeblich auch noch das Selbstbewusstsein frisch operierter Jungen erhöhen sollen, dann kann man eigentlich nur noch an der Ernsthaftigkeit des Produktes zweifeln und ich gebe ganz offen zu, am Anfang dachte ich, es handelt sich um eine gut gemachte Satire. Mitunter lehnt man sich sogar so weit aus dem Fenster, dass man behauptet, das Tragen eines solchen Schlüpfers sei medizinisch indiziert. Wäre dem so, dann würden die gesetzlichen Krankenkassen diese Höschen wohl als Hilfsmittel erstatten. Ehrlich gesagt ein vollkommen absurder Gedanke.
Alles nicht so schlimm. Auch nicht, dass dieses Unternehmen sich mit drei unterschiedlichen Accounts ausgerechnet im Forum von Phimose-Info Deutschland, einem Portal mit Informationen gegen medizinisch fragwürdige Beschneidungen von Jungen, anmelden musste, vollkommen sinnfreie Kommentare in unserem Blog hinterlässt und – natürlich – Follower von Phimose-Info Deutschland auf Twitter ist war.
Lange genug habe ich diese Emails mit teils vollkommen absurdem Inhalt einfach ignoriert und auf die Anfrage nach einem Linkkauf letztlich ganz sachlich geantwortet:
auf Ihre Anfrage hin teile ich Ihnen mit, dass eine Kooperation – auch durch Link- oder Bannerschaltung – nicht in Betracht kommt.
Ich bitte auch, von zukünftigen Kontaktaufnahmen Abstand zu nehmen.
Jetzt kam die nächste Email und ich frage mich, welcher der beiden Sätze da auch nur ansatzweise mißverständlich gewesen sein könnte.
Und weil ich auch gern mal das letzte Wort haben möchte, gibt es jetzt noch einen ganz interessanten Link zum Thema Widerrufsrecht bei gebrauchter Unterwäsche.
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Posted by admin in Andere Blogs, Religion Montag, 21 Juni 2010 14:04 1 Comment
Zizi? Mit Zizi oder auch Cici kürzen Ärzte gern die Zirkumzision, die Beschneidung ab.
Über einen ganz besonderen Fall von Zizi berichtet der Kinderdoc. Vorgestellt wurde ihm ein etwa einen Monat alter muslimischer Junge. Der hatte seine Zizi schoch, weil “man” dem Vater gesagt hat, besser jetzt als später.
Für den Vater eine ganz angenehme Sache. Er war auf Montage, seine Frau hat den kleinen Sohn dann bei einem fragwürdigen Arzt abgegeben und eine Stunde später schreiend zurückgegeben.
Interessant sind auch die Kommentare in des Kinderdocs Blog. So gut kommt dieser angeblich doch so kleine Eingriff nämlich nicht weg. Sogar über nicht indizierte Vorhautoperationen beim Orthopäden und ohne Betäubung wird dort berichtet.
Posted by Stardust in Forschung, Recht, Religion Samstag, 29 Mai 2010 14:11 2 Comments
Vor kurzem erteilte die amerikanische Kinderärztevereinigung AAP in einem neuen FGM-Positionspapier “milden” Formen von weiblicher Genitalverstümmelung ihren Segen und ist derzeit dabei, diese Einstellung auf scharfe internationale Kritik hin nach und nach zu revidieren.
Nun meldet sich von der anderen Seite des großen Teiches – und scheinbar aus einer vollkommen anderen Welt – die Königliche Ärztevereinigung unseres Nachbarlandes und Fußball-Intimfeindes Niederlande zum Thema Jungenbeschneidung zu Wort.
Die wesentlichen Schlussfolgerungen des KNMG-Positionspapiers:
- es gibt keine überzeugenden Beweise, dass Beschneidung zur Vorbeugung von Krankheiten oder Hygiene hilfreich oder notwendig ist
- inbesondere in Betracht von (medizinischen und psychologischen) Beschneidungskomplikationen ist Beschneidung nicht zu rechtfertigen, außer aus medizinischen / therapeutischen Gründen
- nicht-therapeutische Beschneidung männlicher Minderjähriger steht im Konflikt mit dem Recht des Kindes auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit
- Ärzte sollten Eltern, die Beschneidung in Betracht ziehen, entsprechend aufklären
- es sollte ein Dialog zwischen Ärzten, Experten und den betroffenen Religionsgruppen stattfinden, mit dem Ziel, nicht-therapeutische Beschneidung männlicher Minderjähriger so weit wie möglich zu unterbinden
- es gibt gute Gründe, nicht-therapeutische Beschneidung männlicher Minderjähriger zu illegalisieren, allerdings steht zu befürchten, dass sich dann gefährliche Untergrundpraktiken entwickeln
Hup Holland Hup!
Und wann erscheint die entsprechende Stellungnahme der organisierten deutschen Ärzteschaft?
Oder wollen sie ihre holländischen Kollegen (gemeinsam mit einigen standhaften Bremern) eines 10. Dezembers singen hören: “Ohne Deutschland fahr’n wir nach Paris“?
Posted by admin in Aufklärung, Religion Freitag, 7 Mai 2010 23:45 2 Comments
Schon im September 2009 warnte die kassenärztliche Vereinigung Bremen vor medizinisch unsinnigen Zirkumzisionen, jetzt werden sowohl die kassenärztliche Vereinigung als auch die Landesverbände der Kinder- und Jugendärzte, Urologen und Kinderchirurgen deutlicher:
Die KVHB und die Berufsverbände stellen fest, dass
eine Zirkumzision ohne medizinische Indikation, also etwa aus religiösen Motiven, nicht zu Lasten der Kasse abgerechnet werden darf. Auch eine Überweisung zur OP ohne medizinische Begründung ist unzulässig. Die einzige Indikation, die eine Zirkumzision rechtfertigen kann, ist die manifeste Phimose; in der Regel sollte der OP allerdings ein konservativer Behandlungsversuch mit Steroid- oder Östrogencreme vorangegangen sein. Zirkumzisionen in den ersten drei Lebensjahren sind nur in Ausnahmefällen indiziert.
Außerdem berichten die Ärzteorganisationen von Ermittlungen der Krankenkasse wegen Auffälligkeiten bei Beschneidungen von Jungen, etwa der “Mitbeschneidung” von Geschwistern.
Nach Auffassung der KV Bremen und der übrigen Berufsverbände müsse der derzeitige Zustand, etwa Gefälligkeitsatteste zur medizinisch nicht indizierten Beschneidung auf Kassenkosten umgehend beendet werden, da dies strafbar sei. Ärzten wird empfohlen, Befunde und konservative Therapieversuche sorgfältig zu dokumentieren, da die Krankenkassen derartige Leistungen künftig verschärft überprüfen werden.
Ein Dank von mir nach Bremen!
Insbesondere sollte aber noch deutlicher darauf hingewiesen werden, dass nach Auffassung vieler Juristen und Mediziner auch eine privat gezahlte Zirkumzision strafbar ist, wenn sie medizinisch nicht indiziert ist und der Junge selbst in den Eingriff noch nicht wirksam einwilligen kann.
Posted by Stardust in Politik, Religion Freitag, 30 April 2010 20:54 No Comments
Aygül Özkan, frisch ernannte CDU-Sozialministerin von Niedersachsen, hat dieser Tage mit ihrer – nach Protesten ihrer Parteifreunde und Rückpfiff seitens Ministerpräsident Christian Wulff zurückgezogenen – Forderung, Kruzifixe aus staatlichen Schulzimmern zu entfernen, für Wirbel gesorgt.
Man mag mit Fug und Recht die Vermutung anstellen, dass es sich hierbei um einen mittelmäßig gelungenen PR-Gag handelt, der Frau Özkan schlagartig bundesweit eine Bekanntheit verschafft hat, die sie mit jahrelanger Fleißarbeit niemals hätte erlangen können. Fakt ist dennoch, dass wieder einmal eine Diskussion ausgelöst wurde, wieviel Religion dem Bürger zugemutet werden darf.
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