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One Direction – weg!

Die einzig richtige Richtung hat Harry Styles von der britisch-irischen Boygroup One Direction eingeschlagen, als ihn seine Freundin, US-Star Taylor Swift, wiederholt aufforderte, sich beschneiden zu lassen:  

Er hat sie verlassen.

Styles setzt damit ein Beispiel für alle Jungen und Männer, die wegen ihrer natürlichen, intakten Genitalien unter Druck gesetzt oder verhöhnt werden:

Nicht ihr seid im Unrecht, nicht an euch ist etwas falsch!

Ihr habt ein Recht auf euren intakten Körper und auf alles, was euch eure Vorhaut bieten kann!

Wenn jemand damit nicht klar kommt, dann hat er/sie das Problem!

Wehrt euch!

Genauso erfreulich wie Styles’ Schritt sind die Kommentare zu dem Bericht auf der Webseite ShowbizSpy: Obwohl es sich um eine amerikanische Webseite handelt und in den USA sowohl Beschneidung als auch Vorurteile über die Vorhaut noch weit verbreitet sind, stellen sich praktisch alle Leser hinter Harry Styles und kanzeln Taylor Swift als oberflächlich und ignorant ab.

Weltweit ist etwas in Bewegung, und diese Bewegung geht nur in eine Richtung: Weg von Beschneidung!

Wegweisende Filmpremiere

Die Giordano-Bruno-Stiftung kündigte am heutigen 21.11.2012 auf ihrer Webseite eine Filmpremiere an, die in der Beschneidungsdebatte wegweisend sein könnte:

“Zeit für einen historischen Wandel in Sachen Beschneidung”

gbs präsentiert britischen Film “It’s a boy!” erstmals in Deutschland

Berlin. Am kommenden Montag (26.11.2012) tagt der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages zum umstrittenen Gesetzentwurf über die medizinisch nicht indizierte Knabenbeschneidung. Wenige Tage zuvor präsentiert der AK Kinderrechte der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) die von der Kritik gefeierte Channel-4-Dokumentation “It’s a boy!“ des jüdischen Filmemachers Victor Schonfeld erstmalig in Deutschland. Zudem erhalten die deutschen Bundestagsabgeordneten die Gelegenheit, den Film exklusiv im Internet zu sehen. “Es soll niemand behaupten können, nicht gewusst zu haben, worüber er entscheidet“, meint gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon.

Weiterlesen bei der gbs: http://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/schonfeld-itsaboy-beschneidung

Der Film auf der Videoplattform realeyz (Stream für 1,90 €, Download für 4,90 €): http://www.realeyz.tv/de/its-a-boy.html

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte…

Und gleich nochmal unsere Nachbarn im Nordwesten:

Die niederländische Zeitung “De Volkskrant” hat am 04.07.2012 einen Artikel des jüdischen Publizisten Yoram Stein veröffentlicht, der Jungenbeschneidung verteidigt und rechtfertigt. So weit, so gewöhnlich.

Der Inhalt des Artikels wurde allerdings konterkariert durch das begleitende Bild, das für einen entsetzten Sturm der Entrüstung sorgte.

Dabei tut es nichts weiter, als unbeschönigt und eindeutig an einem Beispiel aus Marokko zu zeigen, was Beschneidung wirklich bedeutet:

Beschneidung ist blutig.

Beschneidung ist Machtausübung.

Beschneidung ist der blanke Horror für das Kind.

Betrachten auf eigene Gefahr.

Was ist eine Vorhaut wert – reloaded

Die Frage, was eine Vorhaut wert ist, stellt sich im Normallfall nicht. Mitunter kommt es jedoch vor, dass Ärzte wegen unnötiger oder missglückter oder von vornherein vollständig rechtswidriger Operationen ein Schmerzensgeld zu zahlen haben.

Diese Schmerzensgelder liegen regelmäßig im vierstelligen Bereich und sollen die erlittene Schmerzen und entstandenes Leid und auch die Tatsache, dass womöglich weitere Operationen notwendig sind, abgelten.

Ganz unverhofft hat es letztes Jahr den damals 5jährigen Nikola K. getroffen. Er sollte wegen wegen einer Warze am Fuß operiert werden, stattdessen hat Dr. Hisham Al-M. dem Jungen einfach die Vorhaut abgeschnitten.

Nachdem Al-M. sich auch gegenüber Nikolas Eltern nicht äußern wollte, wurde er wegen fahrlässiger Körperverlettzung angeklagt, erschien jedoch nocht vor dem Strafrichter. Staatsanwaltschaft und Gericht ließen Gnade vor Recht ergehen und es wurde kein Haftbefehl erlassen, sondern ein Strafbefehl, mit dem der gegen den “Schnippel-Doc” (Bild-Zeitung) zu einer “Geldstrafe auf Bewährung” in Höhe von 12.000 Euro festgesetzt wurde. Die Bewährungsauflage ist wahrhaft salomonisch, Al-M. muss, wen der Strafbefehl rechtskräftig wird, entweder 2.000 Euro an den Kinderschutzbund und 3.000 Euro an den kleinen Nikola zahlen oder 12.000 Euro Geldstrafe an die Staatskasse. Es bleibt abzuwarten, ob Al-M. gegen den Strafbefehl Einspruch einlegt.

Das Amtsgericht Frankfurt am Main meint somit, dass eine Vorhaut 3.000 Euro wert ist.

Warum eine fehlende Vorhaut heutzutage angeblich gar nicht schlimm ist

Immer wieder suchen Befürworter der Beschneidung Gründe, berechtigte Vorbehalte gegen die Beschneidung von Jungen kleinzureden, zu marginalisieren.

Ganz plump sagen manche, das wäre halt nicht so schlimm, “sowas” haben ja viele Jungen. Mit “sowas” ist dann wohl das Ergebnis der operativen Behandlung einer Vorhautverengung gemeint. Der Münchner Autor und Kinderarzt Dr. Nikolaus Weißenrieder und seine Mitauutoren sehen die Häufigkeit solcher therapiebedürftiger Vorhautverengungen bei ca. 1-3 von einhundert Junegn, wobei sie einräumen müssen, dass etwa 70% dieser Fälle garkeiner operativen Therapie bedürfen. Bleibt ein Bodensatz von unter einem Prozent. Diesen Jungen kann dann etwa mit einer triplen Inzision geholfen werden. Oder – und das meinen diese Leute ganz ernst – man schneidet die Vorhaut einfach ab, denn das stellt “heutzutage kaum noch ein Problem” dar.

Warum denn nicht, und warum nur heutzutage, werden sie sich jetzt sicher zurecht fragen. Gut, die Begründung klingt jetzt absolut albern, aber wir haben ja Meinungsfreiheit:

das dementsprechende Aussehen [ist] sowohl bei Mädchen wie bei Jungen hinreichend bekannt [...] und akzeptiert.

Eine interessante und vollkommen unbelegte Hypothese. Wissenschaftliches Arbeiten geht anders.

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