Category: FGM
Posted by admin in FGM, Politik Dienstag, 10 November 2009 14:17 4 Comments
Die beiden FDP-Justizminister aus Baden-Württemberg und Hessen wollen durch Einfügung eines § 226a Strafgesetzbuch einen neuen Straftatbestand “Genitalverstümmelung” normieren.
“Solche Taten gehen wegen der lebenslangen körperlichen und seelischen Folgen für die Opfer über eine bloße Körperverletzung weit hinaus”, so die Minister. Insoweit ist ihnen auch sicherlich Recht zu geben.
Warum es hierzu aber eines § 226a geben muss, erschließt sich mir nicht, einen Tatbestand der schweren Körperverletzung gibt es bereits, die Genitalverstümmelung bei beiden Geschlechtern ist danach strafbar. Noch viel weniger erschließt sich mir aber, dass nach dem Wunsch der beiden Minister Fälle, wie der des erst vor einigen Jahren verurteilten Knabenverstümmelers Sagan B. aus Wuppertal nicht unter die neue Regelung fallen sollen, genausowenig wie der Fall eines 8jährigen Hamburger Jungen, der unter Schmerzen und ohne wirksame Betäubung nach eine, nachher wohl auch zurückgenommenen Einverständnis seiner Eltern von einem Afghanen “zum Mann gemacht” wurde.
Auche diese Kinder werden lebenslang unter seelischen Folgen leiden. Was ihnen widerfahren ist, soll aber nach Wunsch der beiden Justizminister nicht privilegiert sein, denn diese Kindern wurde nicht die Klitorisvorhaut grundlos abgeschnitten, sondern “nur” die physiologisch nahezu identische Penisvorhaut.
Stellt man jetzt aber expliziert nur die Verstümmelung von Mädchen unter Strafe, entsteht dann nicht erst recht der Eindruck, die grundlose und gewaltsame Verstümmelung von Jungen sei etwas vollkommen normales?
Posted by Stardust in Allgemein, FGM, Gelesen Samstag, 27 Juni 2009 14:08 3 Comments
Die linksliberale Presse bejubelte die Entscheidung des Höchsten Gerichtshofes von Malawi, Popstar Madonna die Adoption der dreijährigen Chifundo “Mercy” James zu erlauben, als Sieg des Kindeswohls über “bürokratische Bedenkenträger und kleinliche Prominenteneifersucht”.
Sicherlich lebt es sich in einem extrem wohlhabenden westlichen Haushalt besser als in einem malawischen Waisenhaus. Aber die Frage, inwieweit das kleine Mädchen bei einem sprunghaften, viel reisenden und von Paparazzi verfolgten Superstar tatsächlich die erwünschte Liebe und Nestwärme einer Familie erleben wird, wird nicht gestellt.
Aber immerhin droht Chifundo im Gegensatz zu ihrem ebenfalls aus Malawi stammenden Adoptivbruder David in Madonnas Obhut keine Genitalverstümmelung. Dieser Gefahr wäre allerdings keines der Kinder in ihrem Ursprungslandland ausgesetzt gewesen, denn Malawi ist eines der wenigen afrikanischen Länder, das traditionell seine Mädchen nicht, und seine Jungen nur zu einem geringen Prozentsatz verstümmelt (und Davids leiblicher Vater hat sich gegen Beschneidung ausgesprochen).
Allerdings ist genau aus diesem Grund Malawi eines der Hauptziele der wahnwitzigen Kampagne “(Jungen)Beschneidung gegen HIV”. Und das, ob wohl dort beschnittene Männer häufiger mit HIV infiziert (13,2 %) sind als nicht beschnittene (9,5 %)…
Hoffen wir für alle in Malawi verbleibenden Jungen, dass die Vernunft siegt und man bei den alten, humanen Traditionen bleibt – und für Chifundo, dass Madonna nach der jüdischen Kabbalah nicht irgendwann dem archaischen Zauber ostafrikanischer Bräuche verfällt…
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Posted by admin in Allgemein, FGM Mittwoch, 11 Februar 2009 13:24 No Comments
Die Welt: Kinder-”Big Brother” ist grausamer als das Original
Intaktiv-Online: Null Toleranz auch bei Verstümmelung von Jungen
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Der Schönheitswahn soll bei schweizerischen Frauen unter die Gürtellinie gerutscht sein, Schamlippenverkleinerungen sind für junge Frauen schon fast eine Modeoperation, so die Schönheitschirurgin Cynthia Wolfensberger gegenüber dem Elternmagazin “Fritz und Fränzi”.
Grund sollen neben der Intimrasur auch Pornofilme sein, in denen, so Wolgensberger, die Darstellerinen “häufig im Genitalbereich operiert sind”. Mütter müssten ihren Töchtern klarmachen, dass sich die Schamlippen mit der Pubertät verändern, denn viele glauben, bei ihnen sei etwas falsch, “faltig, hängend, schlabbrig”. Und wenn dies der erste Freund ähnlich sieht, dann entsteht häufig ein sehr großer Leidensdruck.
Viele Schweizerinnen lassen sich – mangels entsprechender Kapazitäten – angeblich auch in Deutschland operieren.
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Posted by admin in FGM Freitag, 24 Oktober 2008 18:55 4 Comments
Das Amtsgericht Bad Säckingen hat einer äthiopischen Familie untersagt, mit ihrer 10jährigen Tochter Urlaub in ihrem Heimatland zu machen.
Dies klingt soweit löblich, wenn denn an dem Verdacht, das Mädchen werde am Urlaubsort beschnitten, etwas dran wäre. Tatsächlich sind die Eltern des Mädchens aber Christen und lehnen Beschneidung grundsätzlich ab.
Ausschlag gegen für dieses Verbot hat ein Antrag der Hamburger “Task Force für effektive Prävention von Genitalverstümmelung”, die nach einem anonymen Hinweis tätig geworden ist. Diese Task Force fordert eine generelle Unterbindung von Ausreisen von Mädchen in “Hochrisikoländer”.
Nach Ansicht des Jugendamtes besteht weder ein begründeter Verdacht noch eine konkrete Besorgnis. Das Jugendamt will aber nicht ausschließen, dass an dem Mädchen in Äthiopien gegen seinen Willen und gegen den Willen der Eltern eine Beschneidung vorgenommen werde.
Da die Eltern verständlicherweise regelmäßigen gynäkologischen Untersuchungen der 10jährigen nicht zustimmen wollten, hat das Amtsgericht nunmehr die elterliche Sorge teilweise entzogen und für “Reisen in das Ausland” eine Pflegschaft durch das Jugendamt angeordnet.
Die Eltern haben durch ihren Rechtsanwalt hiergegen Rechtsmittel eingelegt.
Und wenn es ein Junge gewesen wäre?
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