Samstag, 4. Februar 2012
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Sie machen es sich zu einfach – Antidiskriminierungsstelle zu Jungenbeschneidung

Der Femokratieblog hat es gewagt, er hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gebeten, darzulegen, warum weibliche Beschneidung als Genitalverstümmelung unter Strafe gestellt werden soll, für die männliche Genitalverstümmelung jedoch keine über die Körperverletzung hinausgehende Regelung geplant ist.

Die Begründung der Antidiskriminierungsstelle ist – wie zu erwarten war – dünn.

Zwar werden Tatbestände aufgezählt, unter welchen Bedingungen eine Einwilligung in eine Beschneidung männlicher Kinder nicht wirksam ist, in der Sache jedoch bleibt man vage.

“In der Regel erheblich schwerwiegendere gesundheitliche Folgen” habe die weibliche Beschneidung. Eine Einwilligung sei grundsätzlich sittenwidrig, so dass eine Einwilligung ausscheidet. Freud´sche Fehlleistung oder hat man einfach keine bessere Idee gehabt? Jedenfalls liefert die Antidisktriminierungsstelle eine Begründung dafür ab, warum es gerade keiner Sonderregelung für Frauenbeschneidung bedarf.

Und wie die Beschneidung von Jungen unter den austalischen Ureinwohnern oder im afrikanischen Busch aussieht, darüber verliert man am besten kein Wort, schließlich hat auch diese erheblich schwerwiegendere gesundheitliche Folgen als eine Operation in einem mitteleuropäischen Krankenhaus. Die extremste Form der weiblichen Beschneidung wird einfach mit der “sanftesten” Variante der männlichen Beschneidung verglichen.

Ganz zurecht kommt der Femokratieblog zu folgendem Schluss:

Ein Umdenken ist weit und breit nicht in Sicht. Wie soll das auch funktionieren, wenn sich sogar Männer bei der Beschneidung von Jungen den westlichen Standard vorstellen. Das Jungen ebenso grausam verstümmelt werden wie Mädchen, das wollen die meisten Menschen doch gar nicht wissen. Mit Erzählungen kommt man da nicht weiter, die haben nur die Bilder der weiblichen Genitalverstümmelung aus dem Fernsehen im Kopf. Solange aber Medien über männliche Genitalverstümmelung viel weniger berichten als über die weibliche, solange wird ein umdenken nicht möglich sein.


Zwangsbeschneidung ist wie eine Impfung

Die zwangsweise oder “routinemäßige” Beschneidung nichteinwilligungsfähiger Jungen beispielsweise im Säuglingsalter wird in weiten Telen Europas als unethisch angesehen. In den USA dagegen ist so etwas noch an der Tagesordnung, obwohl auch dort der Trend eindeutig ist und immer mehr Eltern ihre Söhne nicht auf derart grausame Art und Weise und ohne ausreichende Schmerzausschaltung verstümmeln lassen.

Gelegentlich findet man im Internet jedoch Menschen, die Vergleiche ziehen, die schlichtweg an der Realität vorbeigehen. Etwa der Vergleich zwischen Impfungen und verstümmelnden Eingriffen an den Penissen Neugeborener. Ihre Begründungen sind schwach, fehlerhaft, frei erfunden oder schlichtweg nicht vorhanden.

Dr. Brian Morris aus Australien ist so einer. In der Beschneidungsfetischisten-Szene sind seine “Ratgeber” für Eltern und Jugendliche sehr gefragt, ansonsten hört eigentlich niemand auf den Unsinn, den Herr Morris so verbreitet. Nur am Rande sei erwähnt, dass er nicht Doktor der Medizin ist, er ist Molekularbiologe.

Er philosophiert über das “richtige Alter” bei der Beschneidung und darüber, dass Eltern ja jedes Recht hätten, für ihre Kinder in solche unnötigen Eingriffe einzuwilligen, die rein ethisch mit Impfungen zu vergleichen sind.

Und schon sind wir beim Thema Impfungen. Diese sind wichtig, keine Frage. Aber der Kinderdoc ist bei Youtube auf ein Video gestoßen, dass so einige Fragen offen lässt. Die medizinische Assistentin bezeichnet er – durchaus zutreffend – als Metzgergehilfin und schon allein die Anzahl der unmittelbar aufeinanderfolgenden Impfungen als übertrieben.

Ich maße es mir totzdem nicht an zu behaupten, dass diese durchaus belastende Art des Impfens ethisch mit der Verstümmelung von Säuglingen vergleichbar ist. Letzteres ist nämlich eindeutig noch viel grausamer.


Zizi

Zizi? Mit Zizi oder auch Cici kürzen Ärzte gern die Zirkumzision, die Beschneidung ab.

Über einen ganz besonderen Fall von Zizi berichtet der Kinderdoc. Vorgestellt wurde ihm ein etwa einen Monat alter muslimischer Junge. Der hatte seine Zizi schoch, weil “man” dem Vater gesagt hat, besser jetzt als später.

Für den Vater eine ganz angenehme Sache. Er war auf Montage, seine Frau hat den kleinen Sohn dann bei einem fragwürdigen Arzt abgegeben und eine Stunde später schreiend zurückgegeben.

Interessant sind auch die Kommentare in des Kinderdocs Blog. So gut kommt dieser angeblich doch so kleine Eingriff nämlich nicht weg. Sogar über nicht indizierte Vorhautoperationen beim Orthopäden und ohne Betäubung wird dort berichtet.


“Wie eklig ist das denn?”

Eine Schweizer Medizinstudentin diagnostiziert Phimose: Link


Die Beschneidung für die deutsche Mutter

Hä? Ja, richtig gelesen, Beschneidung – oder auch Zirkumzision – für die deutsche Mutter. Nicht etwa, dass deutsche Mütter einen Hang zu Beschneidungen haben. Nein, gemeint ist etwas ganz anderes

Das ist Arzt-Jargon, vielleicht auch eine Art Urologen-Witz. Sinngemäß ist das eine schöngeredete Beschneidung, eine, die erstmal nicht so schlimm klingt, wie sie hinterher unter Umständen aussieht: Die Teilbeschneidung.

Scherzhaft soll dieser Ausdruck gemeint sein, menschenverachtend empfinde ich ihn. Eltern informieren sich über Alternativen zur radikalen Zirkumzision und werden dann im Krankenhaus solange “beraten”, bis die Vorhaut eben doch ab ist. Oder es gibt eben nur die “Zirkumzision für die deutsche Mutter”, die Vorhaut bleibt also teilweise erhalten – und alle sind glücklich. Oder auch nicht.

Solange nahezu jede Statistik den Schluss zulässt, dass ein vielfaches an Zirkumzisionen stattfindet als medizinisch zu rechtfertigen ist, zieht auch die Begründung des hier zitierten Urologen nicht, er hält plastische Operationen nämlich für Teufelszeug, “unbefriedigend” im Aussehen und beim Langzeiterfolg. Und überhaupt: Zwischen Erweiterungsplastik und Teilbeschneidung liegt ein himmelweiter Unterschied.

Ob er je eine Erweiterungsplastik gesehen hat? Eine erfolgreiche noch dazu?


 

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  • Monique: Hallo, heißt das: Schulden, die man bei Quelle hat und a.d. Universum Inkasso abgetreten wurden –...
  • karl: Ich hoffe nur es gibt nicht noch mehr “Beschneidungszentren 221; in Deutschland, wie dieses hier:...

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