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Category Archives: Allgemein

Ganz leichte Übertreibung

Der Kampf gegen die Beschneidung von Frauen und Mädchen ist richtig und wichtig, leider wird er aber häufig mit unfairen Mitteln gekämpft. Recht häufig wird behauiptet, nur Frauen und Mädchen wären Opfer von Beschneidungspraktiken, nur Mädchen würden mit alten, rostigen Rasierklingen, Steinwerkzeugen, Glasscherben und ähnlichen Instrumenten zu Erwachsenen gemacht.

Nicht erst seit der gemeinsamen Aktion von NORM-UK und Forward ist klar, dass es in Teilen der Welt auch jungen auf ähnlich brutale Weise und mit ähnlichen Folgen trifft.

Jetzt präsentiert der WDR aber ein echtes Vorzeigeprojekt: Ein Land, in dem die Frauenbeschneidung einfach abgeschafft wurde, (Zitat) “zumindest offiziell”.

Und weiter:

Inzwischen ist in Benin die Rate an beschnittenen Frauen von allen afrikanischen Ländern am niedrigsten.

Komisch. Was ist mit den afrikanischen Ländern, in denen Frauenbeschneidung nie existiert hat? Haben die etwa eine höhere Beschneidungsrate bei den Frauen? Und was ist mit den ganzen beschnittenen Frauen, die vor dem “offiziellen” Verbot beschnitten wurden? Alle verschwunden? Über die noch später “inoffiziell beschnittenen” möchte ich garnicht nachdenken.

Aber ich möchte diesen Erfolg ja nicht kleinreden, aber die rituelle Beschneidung von Jungen ist nach Meinung einiger Juristen hierzulande ja auch verboten, findet aber leider trotzdem alltäglich statt und wird zu meinem Bedauern von einigen Mitbürgern sogar “gefeiert”.

Kunst

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Die Straßenumfrage

Wenn man – wie etwa pro familia – Straßenumfragen zu unangenehmen Themen macht, trifft man auf Stereotype, auf Klischees. Es ist fast vorhersehbar, was man in diesem Beschneidungsvideo der ganz besonderen Art zu hören bekommt.

Die Hauptdarsteller:

  • Der scheinbar Gleichgültige, der in Wirklichkeit nicht genau weiß, worum es eigentlich geht.
  • Die (Vorsicht: Ironie!) ‘erfahrene’  Mutti, die genau zu wissen glaubt, was eine Phimosenverengung (!) ist und einen leicht glasigen Blick bekommt, wenn ihr (oh Wunder) schließlich doch noch das Wort Luststeigerung im Zusammenhang mit der Amputation der Penishaut über die Lippen kommt
  • Der Unreligiöse
  • Der Religiöse, der ernsthaft glaubt, dass ‘Gott’ (der den Mann nach seinem Ebenbild und mit Vorhaut erschaffen haben soll) sich “dabei” (also beim Abschneiden derselben) etwas gedacht haben muss
  • Der wirklich Gleichgültige
  • Der Afrikaner, der es nicht anders kennt und diesen Unsinn für wichtig hält und dessen Argumentationsniveau nur knapp an das von vierjährigen Kindergartenkindern heranreicht.
  • Und die gackernden Hühner, für die man sich eigentlich fremdschämen müsste: So frei nach dem Motto, wenns nicht gut wäre, würds ja keiner machen.

Bitteschön, eine Umfrage, die fast sehenswert wäre, wenn sie nicht diese ganzen merkwürdigen Klischees bedienen würde: Link zu Sextra

Danke, pro familia, ich find den Film klasse!

Beschneidungssaison! – Vol. 6

Bei uns ist diese besondere Zeit des Jahres.

Wir rücken in der Familie enger zusammen, unsere Lieben sind uns noch ein bisschen wertvoller als sonst, wir beschenken einander, wir freuen uns über die leuchtenden Augen der Kinder.

Und wir haben gespendet, damit auch andere, die sich nicht auf der Sonnenseite des Lebens befinden, am Geist dieser besonderen Zeit teilhaben können – vielleicht an “Ein Herz für Kinder” oder UNICEF.

In Südafrika ist auch eine besondere Zeit des Jahres – die sommerliche Beschneidungssaison.

Seit Anfang Dezember sind in der Provinz Eastern Cape 23 Jungen und junge Männer nach ihrer rituellen Beschneidung gestorben.

Zusammen mit den 53 Toten der Wintersaison und einem weiteren Todesfall “außer der Reihe” im September summiert sich die Gesamtzahl seit Juni 2009 auf

77 Tote.

Außerdem wurden in den letzten Wochen zahlreiche Jungen in Krankenhäuser eingewiesen, teilweise mit gangrenösen Penissen. Es mussten bereits mindestens 16 Genitalamputationen vorgenommen werden.

Ein weiterer, besonders erschreckender Fall ereignete sich ebenfalls bereits im September: Zwei Dreizehnjährige “beschnitten” sich gegenseitig und trennten einander dabei die Eichel ab.

Und was haben “Ein Herz für Kinder”, UNICEF und all die anderen gutmenschigen Organisationen und Spendenmarathon-Fernsehübertragungen dazu zu sagen?

Nichts.

Na dann, fröhliche Weihnachten!

Umfassend?

Die erste “umfassende Bestandsaufnahme zu Kinderrechtsverletzungen” von UNICEF hat in den Nachrichtensendungen am gestrigen Abend eine Menge Aufmerksamkeit auf sich gezogen – u.a. auch in der Tagesschau.

Die Situation stellt sich in der Tat alles andere als rühmlich dar: 150 Millionen Kinder müssten arbeiten und besuchten keine Schule. Die Familien von mehr als 18 Millionen Kinder seien aus ihrer Heimat vertrieben worden. Mindestens eine Million Kinder würden in Gefängnissen festgehalten.

Und dabei bedeutet “umfassend” nach Lesart von UNICEF, dass eine bedeutende Kinderrechtsverletzung nicht als solche gilt* und ausgeklammert wird: Männliche Genitalverstümmelung – d.h. Vorhautbeschneidung oder andere Eingriffe an den männlichen Geschlechtsorganen ohne medizinische Indikation und ohne selbstbestimmte, nach umfassender Information erteilte Einwilligung des mündigen Betroffenen.

Würde man die geschätzt 13 Millionen Jungen, die jährlich auf diese Weise ihrer körperlichen Unversehrtheit und ihres Selbstbestimmungsrechtes beraubt werden, hinzurechnen, sähe die Bilanz der Kinderrechte noch schlechter aus.

Die Menschheit, die sich für so fortschrittlich und human, und wenn das nicht, so doch wenigstens einsichtig und ehrlich um Besserung bemüht hält, hat einen noch viel weiteren Weg vor sich, als der aktuelle UNICEF-Bericht nahelegt…

* In der Tat ist das eine Beschönigung: UNICEF sieht Genitalverstümmelung männlicher Minderjähriger offenbar als Kindeswohltat an und fördert und finanziert sie.

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