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Monthly Archives: Juli 2012

Lieber Herr Kilic,

der Politik haben Sie in Ihrem Interview mit der Stuttgarter Zeitung den notwendigen Mut abgesprochen, das Problem mit der Jungenbeschneidung zu lösen.

Ihnen möchte ich aber hiermit sagen, dass Sie sehr viel Mut beweisen mit der Bereitschaft, die Beschneidung ihrer beiden kleinen Söhne zu überdenken. Ich wünsche mir, dass sie auch die noch größere erforderliche Menge Mut (und die Einigkeit mit Ihrer Frau) finden, die Entscheidung tatsächlich den Jungen zu überlassen.

Aber auf jeden Fall: Vielen Dank!, dass Sie die Stimme der Vernunft erhoben und gezeigt haben, dass es in dieser Debatte eben nicht nur Schwarz und Weiß gibt und Muslime durchaus Möglichkeiten für vom Kind her gedachte Kompromisse finden können.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte…

Und gleich nochmal unsere Nachbarn im Nordwesten:

Die niederländische Zeitung “De Volkskrant” hat am 04.07.2012 einen Artikel des jüdischen Publizisten Yoram Stein veröffentlicht, der Jungenbeschneidung verteidigt und rechtfertigt. So weit, so gewöhnlich.

Der Inhalt des Artikels wurde allerdings konterkariert durch das begleitende Bild, das für einen entsetzten Sturm der Entrüstung sorgte.

Dabei tut es nichts weiter, als unbeschönigt und eindeutig an einem Beispiel aus Marokko zu zeigen, was Beschneidung wirklich bedeutet:

Beschneidung ist blutig.

Beschneidung ist Machtausübung.

Beschneidung ist der blanke Horror für das Kind.

Betrachten auf eigene Gefahr.

Ik ben weigeruroloog!

Nicht nur in Deutschland tut sich dieser Tage einiges, was den Schutz der genitalen Unversehrtheit von Jungen betrifft.

In Rotterdam fand in der vergangenen Woche ein Symposium der Königlich-Niederländischen Ärztevereinigung KNMG zum Thema Jungenbeschneidung statt – zur Erinnerung: die KNGM hatte 2010 ein hervorragendes beschneidungskritisches Positionspapier herausgegeben.

Ein junger Urologe nahm das Symposium zum Anlass für einen Blogeintrag, in dem er schließt:

“Wir sind keine Politiker. Wir sind Ärzte. Als Ärzte sollten wir sagen: Tut es nicht. Verbietet es. Basta. Und bis dahin bin ich ein selbsternannter ‘weigeruroloog’.”

Schon nach wenigen Tagen hatten sich zahlreiche niederländische Ärzte ebenfalls als ‘weigeruroloog’ bekannt.

Unabhängig von der weiteren Entwicklung nach dem “Kölner Beschneidungsurteil” können auch deutsche Ärzte ein kraftvolles Zeichen zum Schutz der Kinder setzen, indem sie religiöse und sonstige nicht-therapeutische Beschneidung aus Gewissensgründen verweigern.

Neben den “Verweigerurologen” sind natürlich auch “Verweigeranästhesisten”, “Verweigerschwestern” und “Verweigerpfleger” gefragt.

Liebe Mediziner, lasst Politiker, Medien und Verbände spüren, wie nutzlos ihre Schalthebel der Macht sind, wenn sich die Menschen an der Basis dagegen anstemmen!

Wenn einem die Argumente ausgehen

Dass die Argumente religiöse Eiferer immer absonderlicher werden, wenn der Rechtstaat blutige Rituale infrage stellt, ist bekannt. Der Vergleich mit einer lebensnotwendigen Herzoperation hinkt eben, wenn es um die Rechtfertigung von medizinisch nicht-indizierte Operationen etwa an Säuglingen und Kleinkindern geht.

Allein die Tatsache, dass ein unabhängiges Gericht die allein religiös motivierte Beschneidung eines vierjährigen Jungen als vollendete Körperverletzung subsumiert führt bei muslimischen Ärzten, welche die Eingriffe mitunter selbst bislang vorgenommen haben und jetzt absagen mussten zu einer regelrecht erschreckenden aber zugleich auch erschreckend leicht durchschaubaren “Argumentation”:

Wir sollten uns nicht auf die Operation konzentrieren, sondern diese als Bestandteil des Glaubens sehen [...]

Vielen Dank, Hikmet Ulus, es geht bei der Beschneidung also garnicht so sehr um die Operation. Deshalb also sollte sie erlaubt sein!?

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