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Monthly Archives: April 2010

Religiöse Symbole und religiöse Realitäten

Aygül Özkan, frisch ernannte CDU-Sozialministerin von Niedersachsen, hat dieser Tage mit ihrer – nach Protesten ihrer Parteifreunde und Rückpfiff seitens Ministerpräsident Christian Wulff zurückgezogenen – Forderung, Kruzifixe aus staatlichen Schulzimmern zu entfernen, für Wirbel gesorgt.

Man mag mit Fug und Recht die Vermutung anstellen, dass es sich hierbei um einen mittelmäßig gelungenen PR-Gag handelt, der Frau Özkan schlagartig bundesweit eine Bekanntheit verschafft hat, die sie mit jahrelanger Fleißarbeit niemals hätte erlangen können. Fakt ist dennoch, dass wieder einmal eine Diskussion ausgelöst wurde, wieviel Religion dem Bürger zugemutet werden darf.

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Qualifikation

Ärzte haben es nicht leicht. Das Studium und auch die praktische Ausbildung reichen nicht aus, um zum Halbgott in Weiß zu werden.

Dies musste ein mutmaßlicher Drogendealer aus Sierra Leona am eigenen Leib erfahren, denn er starb 2004 beim Einsatz von Brechmittel, dass ihm du Beweissicherungszwecken von einem Bremer Polizeiarzt verabreicht wurde.

Der Afrikaner fiel ins Koma und starb. Der Arzt habe sich vieler Pflichtversäumnisse schuldig gemacht, aber aus Mangel an Qualifikation nicht vorhersehen und erkennen können, dass sich der Gesundheitszustand des Mannes lebensbedrohlich verschlechterte. Der Arzt wurde freigesprochen.

Heute hat der Bundesgerichtshof das Urteil aufgehoben.

Es klingt aber wirklich reichlich absurd, dass mangelnde Qualifikation eines Arztes zur Straffreiheit führen kann.

Die Männlichkeit der Türken

Darüber, wie junge Türken “zu Männern gemacht” werden, haben wir hier hier schon häufiger berichtet.

Ein Buch mit dem Titel “Zum Mann gehätschelt. Zum Mann gedrillt” beschäftigt sich jetzt etwas intensiver mit den wichtigsten Stationen des Mannwerdens in der Türkei und die brutale Wirklichkeit der Kinderbeschneidung in einem Land, dass der EU beitreten will.

Interessant natürlich, wie immer, die rechtfertigenden Kommentare der “glücklich Beschnittenen”, der Betroffenen. Rassismuskeule inbegriffen. Beispiel gefällig?

Beschneidung ist nicht nur auf Türken bezogen, sondern gilt im gesamten islamischen Raum und nur für Maenner. Beschneidung von Maedchen ist Verstümmelung und wird nur in Afrika praktiziert, beruht offensichtlich auf Rhiten der vorislamischen Zeit. Ausserdem gibt es die Tradition der Beschneidung auch bei den Juden [...]

Tja, wie war das mit der Frauenbeschneidung in Kurdistan? Entschuldigung, in Südostanatolien?

Richtig, Irakisch-Kurdistan liegt zwar nicht in Afrika, Mädchenbeschneidung ist dort aber trotzdem an der Tagesordnung. Kann ja mal passieren. Und im türkischen Teil Kurdistans? Da hat man einfach noch nicht genauer nachgeguckt. Vielleicht verdrängt man das auch lieber, wie den Genozid an den Armeniern. Krieg ich jetzt ne Anzeige? Wegen Beleidigung des Türkentums vielleicht?

Ganz leichte Übertreibung

Der Kampf gegen die Beschneidung von Frauen und Mädchen ist richtig und wichtig, leider wird er aber häufig mit unfairen Mitteln gekämpft. Recht häufig wird behauiptet, nur Frauen und Mädchen wären Opfer von Beschneidungspraktiken, nur Mädchen würden mit alten, rostigen Rasierklingen, Steinwerkzeugen, Glasscherben und ähnlichen Instrumenten zu Erwachsenen gemacht.

Nicht erst seit der gemeinsamen Aktion von NORM-UK und Forward ist klar, dass es in Teilen der Welt auch jungen auf ähnlich brutale Weise und mit ähnlichen Folgen trifft.

Jetzt präsentiert der WDR aber ein echtes Vorzeigeprojekt: Ein Land, in dem die Frauenbeschneidung einfach abgeschafft wurde, (Zitat) “zumindest offiziell”.

Und weiter:

Inzwischen ist in Benin die Rate an beschnittenen Frauen von allen afrikanischen Ländern am niedrigsten.

Komisch. Was ist mit den afrikanischen Ländern, in denen Frauenbeschneidung nie existiert hat? Haben die etwa eine höhere Beschneidungsrate bei den Frauen? Und was ist mit den ganzen beschnittenen Frauen, die vor dem “offiziellen” Verbot beschnitten wurden? Alle verschwunden? Über die noch später “inoffiziell beschnittenen” möchte ich garnicht nachdenken.

Aber ich möchte diesen Erfolg ja nicht kleinreden, aber die rituelle Beschneidung von Jungen ist nach Meinung einiger Juristen hierzulande ja auch verboten, findet aber leider trotzdem alltäglich statt und wird zu meinem Bedauern von einigen Mitbürgern sogar “gefeiert”.

Schularzt soll Schüler missbraucht haben

Ehemalige Schüler des Landerziehungsheims Birklehof haben einem seit 30 Jahren ein- bis zweimal pro Woche in dem Internat eine Sprechstunde abhaltenden Arzt vorgeworfen, sich seit längerer Zeit an Jungen und Mädchen vergriffen zu haben. Der Arzt bestreitet die Vorwürfe, sie seien ihm ein Rätsel.

Ein ehemaliger Schüler berichtet gegenüber der Frankfurter Rundschau, noch 1996 sei darüber in der Schülervertretung gesprochen worden, wer davon wusste, habe “versucht, Arztbesuche zu vermeiden”.

Darüber hinaus gibt es hinweise auf weitere Vorfälle an der Schule, etwa über “Fehlverhalten” eines evangelischen Geistlichen in den 50er und 60er Jahren und Schläge durch einen Englisch-Lehrer in den 70er Jahren.

Mehr zu den Mißbrauchsvorwürfen auch in unserem Themenportal Intaktiv-Online.

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