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Monthly Archives: Juni 2009

Ein intaktes Kind für Madonna

Die linksliberale Presse bejubelte die Entscheidung des Höchsten Gerichtshofes von Malawi, Popstar Madonna die Adoption der dreijährigen Chifundo “Mercy” James zu erlauben, als Sieg des Kindeswohls über “bürokratische Bedenkenträger und kleinliche Prominenteneifersucht”.

Sicherlich lebt es sich in einem extrem wohlhabenden westlichen Haushalt besser als in einem malawischen Waisenhaus. Aber die Frage, inwieweit das kleine Mädchen bei einem sprunghaften, viel reisenden und von Paparazzi verfolgten Superstar tatsächlich die erwünschte Liebe und Nestwärme einer Familie erleben wird, wird nicht gestellt.

Aber immerhin droht Chifundo im Gegensatz zu ihrem ebenfalls aus Malawi stammenden Adoptivbruder David in Madonnas Obhut keine Genitalverstümmelung. Dieser Gefahr wäre allerdings keines der Kinder in ihrem Ursprungslandland ausgesetzt gewesen, denn Malawi ist eines der wenigen afrikanischen Länder, das traditionell seine Mädchen nicht, und seine Jungen nur zu einem geringen Prozentsatz verstümmelt (und Davids leiblicher Vater hat sich gegen Beschneidung ausgesprochen).

Allerdings ist genau aus diesem Grund Malawi eines der Hauptziele der wahnwitzigen Kampagne “(Jungen)Beschneidung gegen HIV”. Und das, ob wohl dort beschnittene Männer häufiger mit HIV infiziert (13,2 %) sind als nicht beschnittene (9,5 %)…

Hoffen wir für alle in Malawi verbleibenden Jungen, dass die Vernunft siegt und man bei den alten, humanen Traditionen bleibt – und für Chifundo, dass Madonna nach der jüdischen Kabbalah nicht irgendwann dem archaischen Zauber ostafrikanischer Bräuche verfällt…

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    Beschneidungssaison! – Vol. 2

    Und es geht weiter…

    Bis zum 14.6.2009 war in Eastern Cape in Südafrika ein weiterer Junge in einer illegalen “Beschneidungsschule” gestorben. 14 weitere Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren lagen zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus, 10 in stabilem, 4 in kritischem Zustand.

    Nur wenige Tage später waren 34 Jugendliche in Kliniken eingeliefert worden, 5 von ihnen in kritischem Zustand, 9 von ihnen nach versuchter Selbstbeschneidung. Ein 15jähriger war inzwischen im Krankenhaus verstorben und außerdem war der im Busch verscharrte Leichnam eines 22jährigen gefunden worden.

    Damit summiert sich die Zahl der Toten in dieser “Saison” auf 11. Es stellt sich die Frage, wie viele weitere geheime Buschgräber niemals gefunden werden…

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      Über Statistiken und ungültige Beschneidungen

      Im religiösen Kontext liest man immer wieder von ungültigen Beschneidungen, diese liegen zum Beispiel dann vor, wenn während eines solchen operativen Eingriffs bestimmte Riten nicht eingehalten wurden.

      Das Gesundheitsamt Osnabrück zählt bei Untersuchungen vor der Einschulung nur (noch?) Beschneidungen aus medizinischen Gründen. Die so ermittelten 3% der Jungen, die bis etwa zur Einschulung beschnitten wurden, sind zwar immer noch viel zu viel, aber die “Phimose-OP” ist eindeutig – entgegen beispielweise Statistiken aus dem Saarland – nicht die häufigste OP bei Jungen bis zur Einschulung im Raum Osnabrück.

      Die Art der anderen OPs – häufiger waren z. B. Leistenbruch-Operationen – lässt allerdings auch hier vermuten, dass viele vermeintlich medizinisch notwendige Beschneidungen in Wirklichkeit nur “Mitbeschneidungen” waren

      Ganz im Gegensatz dazu hält es das Landesgesundheitsamt Brandenburg für realistisch, dass etwa 0,5% der Jungen “wegen Phimose operiert” werden müssen, bringt aber leider in seinem “Handbuch für den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst” so ziemlich alles durcheinander. Außerdem werden dort – aus gutem Grund – keine aktuellen Statistiken zu Beschneidungen mehr geführt. Ganz lapidar heißt es: Kein Problem mit bevölkerungsmedizinischer Relevanz, physiologisch meist vollkommen normal und selten behandlungsrelevant.

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        Es ist mal wieder Beschneidungssaison!

        Und Südafrika beklagt seine ersten Toten in diesem Jahr – acht Teenager aus der Provinz Mpumalanga starben vermutlich an exzessivem Blutverlust nach dem traditionellen Beschneidungsritual.

        Wie lange soll das noch weitergehen?

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