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Die Religion und die Gewalt

Papst Frankziskus. Quelle: Wikicommons / Christoph Wagener unter GNU 2.1

Papst Frankziskus. Quelle: Wikicommons / Christoph Wagener unter GNU 2.1

Religiöse Kindererziehung scheint nicht leicht zu sein. Manche Religionen brauchen dazu einen Chirurgen, in anderen sollen gar medizinische Laien diese Rolle übernehmen, wobei religiöse Würdenträger dann schon mal am Penis Neugeborener lutschen sollen.

Und bei den Katholiken? Ja, bei denen schadet offenbar ein kleiner Klaps auf den Po nicht. Jedenfalls nicht, solange dabei die Kinder nicht gedemütigt werden.

Der Spiegel bemerkt ganz richtig, dass der Papst einen Hau hat. Aber damit scheint der Papst nicht allein zu sein.

Es wird diskutiert

Medizinisch nicht indizierte Beschneidungen bei Männern und Jungen sind – auch in der medizinischen Fachwelt – umstritten. Es spricht eigentlich nichts für diesen Eingriff, dafür aber einiges dagegen. Trotzdem handelt es sich um ein lohnendes Geschäft, dass einige Ärzte nutzen um ihre Kapazitäten besser auszulasten.

Zu einem ärztlichen Eingriff – nicht nur zu einem Heileingriff – gehört auch eine wirksame Einwilligung, die ein ausführliches Auführliche Aufklärung über die Notwendigkeit des Eingriffs und seine Risiken beinhaltet. An dieser Stelle fangen einige Ärzte an zu schummeln. Sie reden die Risiken klein und behaupten, der Eingriff habe medizinische Vorteile.

So heißt es etwa auf einer Internetseite eines Arztes, der Beschneidungen ohne Vorliegen einer Indikation bei erwachsenen Männern anbietet:

Ist eine Beschneidung für die Gesundheit von Vorteil?  Diskutiert werden folgende Punkte:      Verbesserte Hygiene     evtl. Verringerung der Gefahr von Entzündungen der ableitenden Harnwege     Verringerung der Gefahr der Übertragung von Krankheiten

Patienteninformation eines Arztes auf seiner Homepage

Die Frage, ob denn eine medizinisch nicht indizierte Beschneidung für die Gesundheit von Vorteil sei, ließe sich ganz einfach beantworten. Nahezu alle ärztlichen Fachorganisationen auf der Welt beantworten diese ganz einfach mit einem nein. Abseits steht die AAP, eine US-Amerikanische Organisation von Kinderärzten, die seit Jahr und Tag darüber streitet, ob mögliche Vorteile zumindest das unstreitig bestehende Operationsrisiko gerade noch aufwiegen.

Unser Arzt dagegen weicht aus. Statt die Frage klar (mit nein) zu beantworten, informiert er darüber, was angeblich diskutiert wird. Den Stand dieser Diskussion verschweigt er aus gutem Grund, denn eine medizinisch nicht indizierte Entfernung der Vorhaut verbessert weder die Hygiene noch reduziert sie Harnwegsinfektionen. Und auch die Gefahr der Übertragung von Krankheiten bleibt in etwa gleich, denn es ist erstaunlich gering. Statistiken lassen allerdings vermuten, dass das Risiko eher ansteigt, als dass es sinkt. Darüber wird in der Tat diskutiert.

Fraglich ist aber immer noch, warum der Arzt die Frage auf seiner Homepage nicht beantworten möchte.

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